Erich Dal CantonÜbersichtVita


ERICH DAL CANTON

Geburtsdatum: 3. August 1954
Beruf: Lichtplaner
Photographische Erfahrungen:
1987 Workshop bei Peter Gasser.
1990 Workshop bei René Groebli.
2002 Besuch der Firma Lotus View Camera in Österreich,
Burkhardt Kiegeland zeigte mir die PMK-Entwicklung,
sie hat meine Ansicht über Tonwerte und Wahrnehmung
entscheidend beeinflusst.
Arbeiten: Seit 1987 arbeite ich ausschließlich in Schwarzweiß und
belichte vor allem großformatige Negative in den Größen
von 6x17cm und 20x25cm (8x10in.)
Veröffentlichungen: 1992 Natur Fotoschule Seite, 192, ganzseitiges Bild
2004 Fine Art Foto, Portfolio, Seiten 60-67
Ausstellungen: 1991 SELECTIONS 8X10INCH
Bild Photogalerie Baden
Gruppenausstellung mit Ferit Kuyas und Peter Gasser
1993 STILLE MOMENTE
Foto - Galerie Klubschule Migros Limmatplatz Zürich
Einzelausstellung
1996 ORTE DER STILLE
U-Galerie Zürich
Einzelausstellung

PHILOSOPHIE
LANDSCHAFT HINTER DER LANDSCHAFT
Ich bin stets auf der Suche nach Orten, die dem Auge Ruhe und Harmonie
geben. Diese Harmonie führt unter dem schwarzen Einstelltuch und auf der
20x25cm großen Mattscheibe meiner Großformatkamera zur meditativen
Komposition. Mein Bestreben als Photograph besteht darin, innerhalb der
Grenzen meines Mediums, der Schwarzweiß-Photographie, eine Freiheit zu
bewahren, die die Berührung einer höheren Dimension erlaubt - der Landschaft
hinter der Landschaft. Die große Stärke der Photographie liegt meiner Meinung
nach darin, dass sie uns zeigt, wie die Dinge unter ganz bestimmten äußeren
Umständen aussehen. Die besondere Gabe des Photographen hingegen ist es,
die Realität so abzuwandeln, dass sie zum Universellen wird. Das ist meiner
Auffassung nach auch die Kunst der Photographie. Handwerkliches Können
impliziert Streben nach Qualität nicht nur im Produkt der Arbeit, sondern auch im
alltäglichen Leben. Meine Photographien sollen diese Qualität des Handwerks
ausstrahlen und den Betrachter zu einem höheren Qualitätsbewusstsein in jedem
Lebensbereich hinführen. Ich habe selber erlebt, dass die Dunkelkammer
sinnbildlich zu einem Labor für visuelle Forschung werden kann, zu einem Ort der
Entdeckung, der Beobachtung und der Meditation.
Sämtliche Arbeiten entstanden zwischen 1987 und 2005 in der Schweiz, Italien,
Frankreich, Österreich und England. Geheimnisvolle Landschaften und Friedhöfe
sind die Hauptthemen meines photographischen Schaffens. So sehr mir auch der
perfekte Abzug am Herzen liegt, genauso überzeugt bin ich aber auch davon,
dass die Inspiration des Photographen gegenüber der Technik vorgeht, und dass
ein vollendeter Abzug nur die innere Ausdruckskraft widerspiegelt. Ich wünsche
mir, dass meine Bilder mit Phantasie und Empfindung betrachtet werden und
versucht wird, sie nicht nur anzusehen, sondern auch in sie hineinzusehen.

PHOTOGRAPHISCHE INFORMATIONEN
Die Mehrzahl meiner Bilder wird seit 1987 mit einer 8x10inch Toyo-Laufbodenkamera
und den beiden Objektiven Nikon M9/300 und Apo-Sironar Rodenstock
5.6/210 aufgenommen. Sie liefert unbeeindruckt von technisch aufwändiger
Konkurrenz 20x25cm große Negative. Mit diesem Archetyp von Kamera wird der
Photograph aus dem Reich raffinierter Technik aufs Handwerk zurückverwiesen.
Alles geschieht vorbedacht, manuell und außerhalb von modischem Zeitgeist.
1998 kam eine weitere Großformatkamera hinzu, die Linhof Technorama 617S für
Panoramaaufnahmen im Extremformat von 6x17cm auf Rollfilm in überragender
Bildqualität. Für beide Negativformate verwende ich heute vor allem die beiden
Ilford Filme FP4 Plus und HP5 Plus, sowie den von Rollei Infrared-Film für das 6x17cm
Panoramaformat. Meine Filme verarbeite ich in PMK und Pyrocat-HD. Diese
wunderbaren Kombinationen geben mir eine Tonalität und Luminiszenz, die
einfach phantastisch und beinahe unglaublich ist. Sie erlauben mir neue
Bildkonzeptionen und Bildsprachen zu entwickeln, sowie eine erweiterte
Bildwahrnehmung.
Ich kopiere jedes Bild auf das Papier, das den von mir gewünschten
Tonwertabstufungen und Bildtönen am ehesten entspricht. Das sind die beiden
warmtonigen Barytpapiere Select Sepia VC und Agfa Multicontrast Classic
MC111. Diese Papiere werden in Neutol WA, SE-1 und Separol-Entwicklern
verarbeitet. Meine Abzugsformate beschränke ich auf einige wenige Größen um
im Wesentlichen zu bleiben. Diese Formate sind 20x20cm, 24x30cm, 36x45cm,
46x57cm und 16x48cm. Das Abziehen dieser großformatigen Negative folgt
keinem festgelegten Dunkelkammerritual. Ich binde mich nicht an ein
vorhersehbar konzipiertes Ziel, sondern bin bereit, in jedem Stadium des
photographischen Prozesses Entdeckungen zu machen. Zudem habe ich das
Bedürfnis, zu den Materialien eine enge Verbindung zu bewahren. Das
Dunkelkammerritual ist für mich schon immer eine Erfahrung von Alchemie
gewesen. Die Photographien werden selen-, sepia- oder splitgetont und
archivfest verarbeitet. Das Aufziehen auf weißen, säurefreien Museumskarton und
Passpartourierung vollendet mein Werk.