FachbegriffeAGB

Fine Art Print ist der Überberiff für hochwertige archivfeste Kontaktabzüge oder Vergrößerungen.

Silver Gelatine Print
ist ein Abzug auf eine Gelatinesilberemulsion. Bis auf wenige Ausnahmen werden Emulsionen nicht direkt auf den Trägerkarton gegossen. Eine Trennschicht aus Bariumsulfat (Baryt) verhindert das Eindringen der Emulsion in den Papierfilz.

Baryt-Prints
sind hochwertige Abzüge auf barytiertem Träger.

PE-Prints sind Abzüge auf kunststoffbeschichteten Papieren.Sie entsprechen nicht den höchsten Anforderungen an die Haltbarkeit, was aber eine Lebensdauer von einigen Jahrzehnten nicht ausschließen muß
.
Alternative Printverfahren
, im Deutschen Sprachraum auch als Edeldruckverfahren bezeichnet, sind Abzüge auf beliebige Träger (meist hochwertige Büttenpapiere) mit vom Künstler selbst aufgetragenen lichtempfindlichen Emulsionen.

Platin/Palladium-Prints
sind die edelsten und haltbarsten überhaupt. Nach allen Regeln der (Handwerks) Kunst verarbeitet, besteht der Bildkörper aus Platin oder Palladium, oder aus einer Mischung beider Metalle. Beide Körper sind durch Umwelteinflüsse nicht zerstörbar. Die Lebensdauer dieser Prints ist also nur beschränkt durch die Haltbarkeit des Trägers. Aus diesem Grund werden als Träger ausschließlich Hadernpapiere oder 100%ige Baumwollpapiere verwendet.

Die Kallitypie ist ein Silbersalzverfahren. Kallitypien werden sowohl ungetont als auch getont angeboten. Auch bei diesem Verfahren wird sinnvollerweise nur auf allerbeste Papierqualitäten beschichtet. Kallitypien sind mindestens so haltbar wie Barytprints. Nach Gold- oder Platintonung wird die Lebensdauer eines Platinprints zumindest annähernd erreicht.

Die Heliogravüre ist ein Tiefdruckverfahren. Das Foto wird mittels Gelatine-Übertragpapier auf eine Aquatintaplatte ubertragen, oder gerastert auf die Druckplatte belichtet. Diese wird geätzt und eingefärbt und auf der Radierpresse auf Kupferdruckbüttenpapier gedruckt.

Digital Pigment Prints werden von digitalen Originaldateien oder von hochwertigen Scans analoger Negative mit speziellen Tinten auf ausgewählte Papiere (z.B. Büttenkartons von Hahnemühle) gedruckt. Selbst bei matten Oberflächen weisen diese Prints einen großen Tonwertumfang mit satten Schwärzen und feinen Differenzierungen auf. Unter durchschnittlichen Innenraumbedingungen weisen diese Prints eine lange Haltbarkeit ohne nennenswerte Veränderung auf.

Cyanotypie = Eisenblaudruck
Die Lichtechtheit des Farbstoffs und die Intensität der Farbe ist abhängig vom verwendeten Verfahren. Ähnlich wie bei Eisentonungen von Silberprints, kann die Lebensdauer durchaus bei mehr als 50 Jahren liegen.

Gummidruck = Gummi/Chromat-Verfahren
Der Bildkörper besteht aus mehreren Schichten (kurzen Tonwertumfangs), die nacheinander aufgetragen belichtet und entwickelt werden.Der Bildton ist frei wählbar, die Haltbarkeit von Gummidrucken ist lediglich abhängig von der Lichtechtheit der verwendeten Pigmente. Der Kontrastumfang von Gummidrucken ist höher als bei jedem anderen Verfahren mit Ausnahme des Ölumdrucks.

Öldruck und Ölumdruck
Mit Dichromaten sensibilisierte Gelatine wird unter Lichteinwirkung gehärtet und nimmt entsprechend dem Härtungsgrad Ölfarbe an, während die ungehärteten Bereiche nach Wasseraufnahme fette Farbe abstoßen. Beim mehrschichtigen Umdruck auf Aquarellkarton entstehen hochdifferenzierte Abbilder des Negativs bei wesentlich längerer Kurve als bei den Silbersalz- und Eisensalzverfahren.
Beim Bromöldruck wird lediglich das metallische Silber eines Silbergelatineprints nach zu den Tonwerten proportionaler Härtung der Gelatine gegen ein Pigment ausgetauscht. Das Verfahren funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie der Öldruck, wobei der Tonwertumfang im günstigsten Fall so groß sein kann, wie der des ursprünglichen Silberprints.



Tonungen

Selentonung ist ein Tonungsverfahren, das insbesondere bei Baryt-Prints angewendet wird. Durch die Selentonung wird die Maximalschwärzung erhöht, der Kontrastumfang steigt. Der Einfluß der Selentonung auf die Haltbarkeit von Silberprints wird oftmals überschätzt. Erst bei einer völligen Durchtonung werden auch die oberen Mitteltöne und Lichter erreicht und damit vor Veränderung durch Umwelteinflüsse geschützt. Die Veränderung des Bildtons ist abhängig vom verwendeten Papier, von der Tonerkonzentration und der Tonungszeit. In der Regel wird der Farbton gegenüber dem ungetonten Print kälter.

Schwefeltonung erhöht die Haltbarkeit von Silberprints beträchtlich und ist deshalb aus konversatorischen Gründen einer Selentonung vorzuziehen, Die Bildtonveränderung ist abhängig von der Tonerrezeptur und dem verwendeten Papier, sowie von der Verdünnung und Einwirkungszeit des Toners. Kombinationen von Schwefel- und Selentonung sind möglich.

Carbontonung vereint die Vorzüge von Selen- und Schwefeltonung in einem Arbeitsgang.Der Kontrastumfang kann wie bei der Selen- oder Goldtonung erhöht werden, alle Tonwerte werden durch diese Tonung gleichmäßig erreicht, nach konversatorischen Gesichtspunkten ist dieses Verfahren jeder anderen Tonung überlegen. Die Bildtonveränderung ist abhängig von der Emulsionszusammensetzung, der Tonerverdünnung und der Einwirkungszeit. Neutrale Papiere tonen blauschwarz bis magentaschwarz, Warmtonpapiere tonen warmschwarz bis leuchtend rot.

Goldtonung ist das kostspieligste Tonungsverfahren. Bei kurzen Tonungszeiten wird die Maximalschwärzung erhöht, mit zunehmender Tonungsdauer steigt die Schutzwirkung. Eine deutliche Bildtonveränderung zu kühlen Nuancen ist nur nach zuvor warmen Bildtönen erkennbar. Je wärmer die Emulsion und der verwendete Entwickler, desto bläulicher wird der Farbumschlag.Nach einer Schwefeltonung bewirkt der Goldtoner einen intensiven Rötelton.

Kupfer- und Eisentonungen bringen naturgemäß keine Vorteile bei der Lebensdauer gegenüber dem ungetonten Silberprint. Die theorethisch zu erwartende Veringerung der Haltbarkeit konnte ich allerdings nach einem Zeitraum von ca. 20 Jahren nicht feststellen.

Urantonung, eines der schönsten und variabelsten Tonungsverfahren ist heute leider kaum noch ausführbar. Der Gesetzgeber will es so. Das vergleichsweise unbedenkliche Uranylnitrat darf im Gegensatz zu hochradioaktivem Müll nicht mehr auf die Straße.

Platin- oder Palladiumtonung wird heute fast ausschließlich bei der Kallitypie eingesetzt, um den Bildton zu verändern, oder um das Silber ganz oder teilweise gegen ein stabileres Metall auszutauschen.